Modul 1 – Fake News

FÜNF TRICKS, WIE DU NEWS CHECKST

So erkennst du Fake News in Sekunden. Für Sek I und Berufsschule – ca. 45 Minuten (eine Schulstunde).

Warum ist das wichtig?

Du scrollst durch TikTok, Instagram oder YouTube. Plötzlich siehst du eine krasse Nachricht: Ein Promi ist gestorben, eine neue Gesundheitsgefahr bedroht uns alle, oder eine Politikerin hat angeblich etwas Skandalöses gesagt.

Aber stimmt das überhaupt?

Fake News sehen oft täuschend echt aus – aber mit den richtigen Tricks entlarvst du sie in Sekunden.

Fake News – also bewusst gefälschte oder falsch dargestellte Nachrichten – sind überall. Sie werden geteilt, um Stimmung zu machen, Aufmerksamkeit zu bekommen oder Menschen zu manipulieren.

Video: Fake News erkennen

Du scrollst durch Social Media und siehst eine krasse Nachricht – aber ist die echt? In diesem Video zeigt NW-Volontärin Verena Freiberg dir vier einfache Tricks, mit denen du Fake News in wenigen Sekunden erkennst.

Vorschaubild: Fake News erkennen

Externes Video

Mit Klick auf „Video abspielen“ wird eine Verbindung zu YouTube hergestellt. Es gelten die Datenschutzbestimmungen von Google.

Von Verena Freiberg, NW-Volontärin

Die 5 Tricks im Überblick

Diese fünf Methoden helfen dir, schnell einzuschätzen, ob eine Nachricht echt oder Fake ist:

1

Check die Quelle

Die wichtigste Frage: Wer hat das veröffentlicht?

Bevor du einer Nachricht glaubst, solltest du herausfinden, woher sie kommt. Eine seriöse Nachricht stammt von einer bekannten, vertrauenswürdigen Quelle – zum Beispiel von etablierten Medien wie Tagesschau, Spiegel, Süddeutsche Zeitung oder der Neuen Westfälischen.

So gehst du vor:

  • Schau dir den Account oder die Website genau an: Gibt es ein Impressum? Wer steckt dahinter?
  • Ist die Quelle bekannt und seriös? Oder ist es ein obskurer Blog, den du noch nie gehört hast?
  • Vorsicht bei Namen, die bekannten Medien ähneln (z.B. „Tagesschau24.info“ statt „tagesschau.de“)

Warnsignale

  • Kein Impressum oder Autor erkennbar
  • Unbekannte Website mit reißerischem Namen
  • Social-Media-Account mit wenigen Followern und wenig Aktivität
2

Google den Inhalt

Die Macht der Recherche: Was sagen andere dazu?

Wenn eine Nachricht stimmt, berichten meist mehrere seriöse Medien darüber. Kopiere einfach die wichtigsten Stichworte aus der Nachricht und google sie. Wird das Thema auch von bekannten Nachrichtenquellen aufgegriffen?

So gehst du vor:

  • Kopiere die Überschrift oder zentrale Aussagen der Nachricht
  • Suche über Suchmaschinen nach diesen Begriffen
  • Prüfe: Berichten seriöse Medien darüber? Oder ist es nur auf dubiosen Seiten zu finden?

Warnsignale

  • Nur eine einzige Quelle berichtet über die angebliche Sensation
  • Große Medien schweigen zu dem Thema – obwohl es angeblich so wichtig ist
  • Faktenchecker wie Correctiv oder Mimikama haben die Nachricht bereits als Fake entlarvt
3

Achte auf Emotionen und Übertreibungen

Manipulation durch Gefühle: Wird hier bewusst Stimmung gemacht?

Fake News setzen oft auf starke und vor allem negative Emotionen: Wut, Angst, Empörung. Sie nutzen reißerische Überschriften mit vielen Ausrufezeichen, Großbuchstaben oder dramatischen Worten wie „SCHOCK!“, „UNGLAUBLICH!“, „SKANDAL!“. Seriöse Nachrichten sind dagegen sachlich formuliert.

So gehst du vor:

  • Frag dich: Will diese Nachricht mich informieren oder emotional aufwühlen?
  • Achte auf die Sprache: Ist sie neutral und sachlich oder voller Wertungen und Übertreibungen?
  • Wenn du dich provoziert fühlst, atme durch und prüfe die Fakten, bevor du die Nachricht teilst

Warnsignale

  • Überschriften mit GROSSBUCHSTABEN, vielen Ausrufezeichen!!!
  • Dramatische Worte: „SCHOCK“, „SKANDAL“, „KATASTROPHE“, „UNFASSBAR“
  • Einseitige Darstellung, die nur Wut oder Angst schüren will
4

Prüfe Bilder und Videos

Bilder lügen nicht? Falsch!

Fotos und Videos wirken besonders glaubwürdig – aber sie können manipuliert, aus dem Kontext gerissen oder von einem ganz anderen Ereignis stammen. Mit der Rückwärts-Bildersuche kannst du herausfinden, wo ein Bild ursprünglich herkommt.

So gehst du vor:

  • Mach einen Screenshot des Bildes oder speichere es ab
  • Gehe zur Google-Bildersuche und klicke auf das Kamera-Symbol
  • Lade das Bild hoch – Google zeigt dir, wo es bereits aufgetaucht ist
  • Stammt das Bild von einem anderen Ereignis? Dann wird es hier falsch verwendet!

Warnsignale

  • Das Bild taucht bei älteren Ereignissen auf
  • Unsaubere Kanten, merkwürdige Schatten (Hinweis auf Bildbearbeitung)
  • Videos mit unnatürlichen Lippenbewegungen (möglicher Deep Fake)
5

Überprüfe das Datum

Alte Kamellen als Breaking News? Wann wurde das wirklich veröffentlicht?

Manchmal werden alte Nachrichten oder Bilder wieder ausgegraben und als aktuell verkauft. Besonders in Social Media wird oft nicht auf das Datum geachtet – und schon verbreitet sich eine angeblich neue Sensation, die in Wirklichkeit Jahre alt ist.

So gehst du vor:

  • Schau nach dem Veröffentlichungsdatum des Artikels oder Posts
  • Prüfe bei Bildern: Wann wurde das Foto ursprünglich gemacht? (Rückwärtssuche hilft)
  • Frag dich: Passt das zeitlich zusammen? Oder wird hier etwas Altes als neu verkauft?

Warnsignale

  • Kein Datum erkennbar
  • Artikel ist mehrere Jahre alt, wird aber als aktuell geteilt
  • Bilder stammen von einem ganz anderen Ereignis aus der Vergangenheit

News-Check-Quiz

Jetzt bist du dran! Wir zeigen dir echte und gefälschte Social-Media-Posts. Erkennst du, was Fake ist und was echt? Wende die fünf Tricks an!

Fake-Bilder erkennen – Übung

Diese Bilder sehen aus wie echte Nachrichten aus Ostwestfalen-Lippe – sind aber komplett mit Künstlicher Intelligenz erzeugt. Kannst du erkennen, was hier nicht stimmt? Wende die fünf Tricks an!

KI-generiertes Fake-Bild: Angeblicher Einsturz der Sparrenburg
FAKE KI-Bild

„BREAKING: Sparrenburg teilweise eingestürzt!“

Dieses Bild wurde komplett mit KI erzeugt. Es zeigt die Sparrenburg in Bielefeld – angeblich nach einem Einsturz. In Wirklichkeit steht die Burg wie immer.

So entlarvst du es:

  • Trick 1 (Quelle): Welches Medium berichtet darüber? Gibt es ein Impressum?
  • Trick 2 (Google): Keine einzige seriöse Quelle berichtet darüber – nur dieser eine Post.
  • Trick 4 (Bilder): Rückwärts-Bildersuche zeigt: Dieses Foto existiert nirgends sonst – typisch für KI-Bilder.
KI-generiertes Fake-Bild: Angeblicher Alligator im Obersee
FAKE KI-Bild

„Riesen-Alligator im Obersee gesichtet! Badeverbot!“

Ein Alligator in einem Bielefelder See? Klingt dramatisch – ist aber kompletter Quatsch. Alligatoren leben in tropischen Gebieten, nicht in OWL.

So entlarvst du es:

  • Trick 3 (Emotionen): Reißerische Sprache („Riesen-Alligator“, „Badeverbot“) soll Angst machen.
  • Trick 2 (Google): Keine Meldung bei NW, WDR oder Polizei – obwohl das riesige News wären.
  • Logik: Alligatoren leben in tropischen Gebieten – nicht in ostwestfälischen Seen!
KI-generiertes Fake-Bild: Angebliche Stadtbahn in Detmold
FAKE KI-Bild

„Stadtbahn-Linie 4 fährt ab sofort bis Detmold!“

Die Bielefelder Stadtbahn in der Detmolder Altstadt? Klingt gut, ist aber frei erfunden. Es gibt keine Stadtbahn-Verbindung nach Detmold – und dieses Bild wurde komplett mit KI erzeugt.

So entlarvst du es:

  • Trick 2 (Google): Eine kurze Suche zeigt: Mobiel hat keine Linie nach Detmold angekündigt – keine seriöse Quelle bestätigt das.
  • Trick 1 (Quelle): Weder Mobiel, die Stadt Detmold noch die NW berichten darüber.
  • Trick 4 (Bilder): Schau genau hin – KI-Bilder zeigen oft unrealistische Details bei Schienen, Straßen oder Gebäuden.
KI-generiertes Fake-Bild: Hermannsdenkmal angeblich im Eissturm
FAKE KI-Bild

„Extrem-Winter: Hermannsdenkmal komplett vereist!“

Dieses dramatische Bild zeigt das Hermannsdenkmal bei Detmold angeblich nach einem extremen Eissturm. Sieht beeindruckend aus – ist aber komplett von einer KI erstellt.

So entlarvst du es:

  • Trick 5 (Datum): Wann soll das passiert sein? Gibt es aktuelle Wetterdaten, die das bestätigen?
  • Trick 2 (Google): Kein einziger Wetterdienst meldet einen Eissturm in OWL.
  • Trick 4 (Bilder): KI-Bilder zeigen oft unrealistische Details – schau dir die Eiszapfen und Strukturen genau an.

Was kannst du daraus lernen?

KI-generierte Bilder werden immer besser – und damit auch immer schwerer zu erkennen. Deshalb sind die fünf Tricks so wichtig: Verlass dich nie nur auf ein Bild, sondern prüfe immer die Quelle, suche nach Bestätigung und frag dich, ob die Geschichte überhaupt Sinn ergibt.

Die fünf Tricks auf einen Blick

Mit diesen fünf einfachen Checks kannst du in wenigen Sekunden herausfinden, ob eine Nachricht echt oder Fake ist:

1 Quelle checken

Wer hat das veröffentlicht?

2 Suchmaschinen nutzen

Berichten andere Medien darüber?

3 Emotionen erkennen

Sachlich oder manipulativ?

4 Bilder prüfen

Rückwärts-Bildersuche!

5 Datum checken

Aktuell oder recycelt?

Die goldene Regel

Wenn dich eine Nachricht emotional aufwühlt – Wut, Angst, Empörung – dann ist das genau der Moment, in dem du innehalten solltest. Fake News setzen gezielt auf starke Gefühle, damit du nicht nachdenkst, sondern sofort teilst.

Atme durch. Prüfe die Fakten. Erst dann teilen!

Arbeitsblatt ca. 35–40 Minuten

Fake News erkennen – Praxisübungen

PDF herunterladen

Fertig mit dem Modul?

Zurück