Aus den Klassen 26.07.2026 · 3 Min. Lesezeit

Mit den News per Du: So checkt die „Media Zone“ Nachrichten

Wenn Schüler zu Nachrichten-Checkern werden - An der Gesamtschule Rosenhöhe gibt es die "Media Zone": Jeden Mittwoch checken bis zu 15 Schülerinnen und Schüler selbst gewählte News. Wie das funktioniert, liest du hier.

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Michaela Heinze

Redaktion

Ein Erdbeben in Venezuela, das frühe Aus der Nationalmannschaft bei der Fußball-WM oder ein Social-Media-Video über Slush-Eis: Genau solche Themen bringen die Schülerinnen und Schüler der Gesamtschule Rosenhöhe jeden Mittwoch selbst mit in die „Media Zone“.

Bis zu 15 Jugendliche treffen sich dort für 90 Minuten und suchen sich ihre eigenen News aus, meistens Dinge, die sie auf Social Media entdeckt haben. Statt einfach zu glauben, was im Feed auftaucht, gehen sie der Sache auf den Grund: Mit dem Zwei-Quellen-Prinzip und den klassischen W-Fragen (Wer, was, wann, wo, warum) checken sie, ob eine Meldung stimmt. Am Ende steht ein Ergebnis, aufbereitet mit QR-Code, damit auch andere Schüler schnell an die Infos kommen.

Slush-Eis oder Weltpolitik, alles ist erlaubt

Ein Video hatte gezeigt, dass Slush-Eis wegen seines Glycerin-Gehalts Kindern schaden kann. Die Gruppe wollte es genau wissen und hat nachgehakt: Warum wird einem davon schlecht? Am Ende erklärte auch die Lehrkraft mit, wie Glycerin im Körper wirkt. Genau so läuft es in der Media Zone ab: Erst die eigene Frage, dann gemeinsam die Antwort finden.

Die Idee dahinter

Entwickelt haben das Projekt zwei Lehrkräfte der Schule vor rund zwei Jahren, unterstützt von der Schulleitung. Der Gedanke: Jugendliche sollen lernen, Nachrichten selbst einzuordnen und nicht auf jede Fake News hereinzufallen, gerade weil viele Infos heute zuerst über Social Media ankommen und der Austausch darüber mit Erwachsenen oft fehlt. Die Media Zone soll dafür ein geschützter Raum sein.

Jan Gronenthal, Schulleiterin Claudia Hoppe und Christina Lerke haben die Media Zone ins Leben gerufen.

Die Teilnahme läuft freiwillig, wer aber mitmacht, bleibt sechs Monate dabei, auch wenn dafür regulärer Unterricht ausfällt. Das eigenständige Auswählen und Hinterfragen von Themen gehört zum Konzept dazu: Die Jugendlichen sollen lernen, für ihr eigenes Denken Verantwortung zu übernehmen.

Der neue Eintrittspreis von 12 Euro für den Kölner Dom wurde in der Media Zone diskutiert.

Auch harte Themen werden diskutiert

Neben dem Faktencheck wird in der Media Zone auch debattiert, und zwar mit echten Argumenten. An einem Mittwoch ging es zum Beispiel um die Frage, ob Schulbesuche in ehemaligen Konzentrationslagern zur Pflicht werden sollten. Die Meinungen gingen auseinander: Manche fanden, so etwas dürfe man niemandem vorschreiben, andere waren überzeugt, dass man über die Geschichte sprechen muss, damit sie nicht vergessen wird. Genau das üben die Jugendlichen hier: Argumente vorbringen, zuhören, nachschärfen.

Artikelbildzeile: Alper zeigt auf der Weltkarte, wo das Erdbeben vor einigen Jahren in der Türkei stattgefunden hat, als er mit seiner Familie dort im Urlaub war.

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